Bei den meisten von euch stellen sich bei der Überschrift wahrscheinlich schon die Nackenhaare auf. Aber seht es mal positiv: die Beinesets sind der einzige Moment im Schwimmtraining, bei dem ihr von der Außenwelt etwas mitbekommt. Und wenn ihr locker schwimmt und Freude dabeihabt, könnt ihr euch sogar dabei unterhalten. 😉

In Wahrheit ist der Vortrieb des Beinschlages, der bei Triathleten im Schwimmen erzeugt wird, kaum nennenswert. Der Großteil des Antriebs beim Kraulschwimmen auf längeren Strecken wird durch den Oberkörper und den Armzug erzeugt. Trotzdem müssen wir den Beinschlag trainieren. Die Frage nach dem Warum beantworten wir mit den 3 folgenden Punkten.

 

1. Stabilität

Ihr seid eventuell schon einmal Arme mit Pullkick und Band geschwommen und habt dabei festgestellt, dass dabei die größte Herausforderung darin besteht, die Beine hinten in einer Linie mit dem Oberkörper zu halten. Daran könnt ihr sehr gut sehen was selbst ein leichter Beinschlag für eine Auswirkung auf eure Stabilität im Wasser hat. Eine kontrollierte Rotation in der Körperlängsachse wird erst durch eine ausreichende Stabilität möglich und diese kommt zum Großteil aus dem Beinschlag.

 

2. Wasserlage

Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Band, wo ihr mit gefesselten Füßen schwimmt. Ihr werdet merken, dass es sehr schwer ist und sehr viel Übung braucht, damit eure Beine hinten nicht absinken. Wer kein Band hat, der kann auch einfach die beiden Füße beim Schwimmen kurz kontrolliert zusammenhalten und wird denselben Effekt bemerken. Hier sehen wir also, dass der Beinschlag nicht nur Vortrieb, sondern auch Auftrieb erzeugt. Zu beiden Effekten sagen wir auf jeden Fall nicht nein.

 

3. Vortrieb

Der letzte Punkt hier ist dann doch der Vortrieb. Auch wenn es sich Studien zufolge nur um wenige Prozent handelt, ist das doch in den meisten Fällen ausschlaggebend über Sieg oder Niederlage. Ich habe von Hochleistungsschwimmern gehört, die 50m Beine mit Brett deutlich unter 30 Sekunden schwimmen können. Mit einem solchen Schub aus den Beinen ist es sehr schwer kein schneller Schwimmer zu sein. Sicherlich sind des Ausnahmeathleten aber ein guter Beinschlag ist heutzutage bei einem Topschwimmer eine Voraussetzung.

 

Mein Tipp für euch…

Mein Tipp für euch ist daher euch der Herausforderung zu stellen und zu versuchen das Beineschwimmen zu einer Priorität zu machen. Ihr werdet sehen, dass es sich positiv auf eure gesamte Schwimmperformance auswirken wird. Im Oberschenkelmuskel kann sehr viel Laktat produziert werden und daher haben wir durch das Training der Beine nicht nur einen sehr guten Trainingsreiz, sondern besonders für die Startphase eurer Freiwasserwettkämpfe und Triathlons auch noch eine sehr sinnvolle.

Genießt die seltene Aussicht, das ein oder andere Gespräch und am meisten das brennen in den Beinen 😉.

 

Viel Spaß,

Jan