Die Rollwende ist für Schwimmer eine Selbstverständlichkeit. Für Quereinsteiger ist es dagegen so etwas wie der schwarze Gürtel – ein langer Weg bis zum Ziel! Schwimmer lernen die Rollwende oft im sehr jungen Alter und haben die Bewegungsabläufe tausende Mal abgerufen und optimiert. Daraus entsteht eine Leichtigkeit, die es Schwimmern ermöglicht eine Rollwende absolut entspannt oder aber auch extrem schnell ausführen zu können. Für viele kaum zu glauben aber wenn ihr einen Schwimmer fragt, ob er lieber eine Rollwende oder eine Kippwende machen würde, dann würden nahezu alle die Rollwende bevorzugen. Das hängt damit zusammen, dass die Rollwende eine fließendere und kraftschonendere Bewegung ist als die Kippwende. Dazu später mehr.

 

Streamline ist king!

Als erstes solle man immer laufen lernen bevor man rennen möchte. Ich weiß, ein ganz schlauer Spruch aber in unserem Beispiel sollten wir keine Rollwende versuchen, bevor wir nicht einen guten Abstoß auf die Reihe bekommen. Besonders im Triathlon sehe ich häufig die schlampigsten Abstöße überhaupt. Das ist schade, denn das hindert diese Athleten daran sich im Schwimmen weiterzuentwickeln. Es geht im Schwimmen immer wieder um das selbe Stichwort: Streamlining oder Stromlinienform im Wasser. Wenn wir das Streamlining bei jedem Abstoß umsetzen, dann ist wird es uns beim Schwimmen auch leichter fallen uns stromlinienförmig zu bewegen, da wir ein Gefühl für Wasserwiderstände entwickeln. Was für Weltklasseschwimmer essentiell ist, ist also auch für den Quereinsteiger eine wichtige Grundlage, um besser zu werden.

Hier eine Aufnahme von Michael Phelps und Chad LeClos aus dem Finale über 100m Schmetterling der Herren in London 2012.

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Streamlining:

  • eine Hand über die andere
  • Oberarme schließen eng am Kopf ab
  • unterer Bauch wird eingezogen und Po angespannt
  • Ziel ist minimale frontale Angriffsfläche für das Wasser bei maximaler Körperspannung
    schnellste Position im Schwimmsport

Theorie: Der Moment nach dem Start und unmittelbar nachdem die Füße nach jedem Abstoß die Wand verlassen ist der Punkt an dem ein Schwimmer seine maximale Geschwindigkeit hat. Faktoren die entscheidend sind, wenn es darum geht diese Geschwindigkeit zu halten sind:

  1. Kraft im Abstoß,
  2. optimale Streamlineposition,
  3. starke und effektive Beinarbeit unter Wasser,
  4. optimaler Übergang zum Zeitpunkt an dem der Schwimmer eine höhere Geschwindigkeit hat, als er an der Oberfläche erreichen kann.

 

Wie Du Dich richtig abstößt!

Ein weiterer wichtiger Tipp für heute ist, dass ihr euch bei eurem Abstoß immer mit einer Hand an der Wand oder am Startblock festhaltet. Das führt dazu, dass ihr euch nie komplett in Bauchlage abstoßen werdet und das sollte auch das Ziel sein. Weder bei der Rollwende noch bei der Kippwende werdet ihr euch ganz in Bauchlage von der Wand abstoßen und deshalb macht es Sinn den Abstoß in leichter Seitage bei jeder Gelegenheit zu üben.

Wenn ihr euch von der Wand abdrückt ist es auch wichtig, dass eure Füße etwa Hüft- bis Schulterbreit auseinander positioniert sind. Denkt dazu mal darüber nach wie ihr euch an Land verhaltet, wenn ihr versucht so hoch wie möglich zu springen. Dabei sind eure Füße nie direkt nebeneinander sondern immer etwas auseinander positioniert. Im Moment des Abdrucks werdet ihr auch feststellen, dass ihr etwa einen 90 Grad Winkel im Kniegelenk haben werdet. Aus dieser Position habt ihr die maximale Kraft im Abdruck. So soll es auch im Wasser sein.

In dem Moment, wo eure Füße die Wand verlassen solltet ihr schnell mit starken Kicks beginnen und einen schnellen Weg an die Wasseroberfläche suchen. Nein, wir sind nicht Michael Phelps und es macht bei uns keinen Sinn bis zur 15m Marke unter Wasser zu bleiben. Das Ziel ist es immer mit einer höheren Geschwindigkeit aufzutauchen und los zu schwimmen, als wir später auf der Bahn beim Schwimmen haben werden. So können wir vom Abstoß profitieren und die Energie der Wand mit auf die jeweilige neue Bahn nehmen.

Viel Spaß beim Üben und…

hier kommst Du zum zweiten Teil (Kippwende+ Rollwende Parts)