Im heutigen Swimazing Blog beschäftigen wir uns mit technischen Unterschieden zwischen reinen Schwimmern und Triathleten. Eigentlich müssten wir noch eine Unterkategorie aufmachen und Schwimmer sowie Freiwasserschwimmer ebenfalls unterscheiden. Für heute konzentrieren wir uns jedoch auf den Vergleich Triathlet vs. Poolschwimmer.

 

ein unfaires Duell (?)

Direkt vorab: Dieser Vergleich ist für den Triathleten natürlich alles andere als fair. Der eine Sportler widmet seine ganze Zeit seit dem Kindesalter einer Sportart. Der andere versucht drei Disziplinen auf höchstem Niveau zu meistern, und irgendwie mit einander zu kombinieren…

Wenn wir uns Schwimmer und Triathleten nebeneinander anschauen fällt sofort auf, dass die Schwimmer wesentlich kräftiger und vor allem im Oberkörper wesentlich muskulöser sind als die Triathleten. Die fitten Beine der Triathleten helfen beim Schwimmen auch nicht wirklich – die spezifische Muskulatur für den Beinschlag ist zu schwach, die Beweglichkeit in Hüfte-, Knie-, und Fußgelenk meist bescheiden. Kurzum: Kaum Kraftübertragung in Wasser. Im Prinzip ist der Triathlet also schwächer und wesentlich unbeweglicher als der reine Schwimmer. Daraus resultieren die großen Unterschiede in der möglichen Endgeschwindigkeit. Diese wiederrum wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit auf längeren Schwimmstrecken aus.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die unterschiedlichen Trainingsinhalte. Schwimmer sind Kraftausdauersportler und arbeiten hart daran, eine sehr gute Laktattoleranz aufzubauen. Ein Triathlet lebt von seinem Fettstoffwechsel. Laktatwerte über 5mmol / L werden ihm eher selten begegnen. Wenn der typische Triathlet also von der sogenannten „Laktatdusche“ redet (z. B. beim Beineschwimmen), muss klar sein, dass das Gefühl für einen Schwimmer einem leichtem Kitzeln im Oberschenkel gleichkommt 😉

Spaß beiseite! Der eine Sportler richtet sein Training auf eine Dauer von 2-10 Stunden aus und der andere ist nach maximal 16 Minuten mit seinem Rennen fertig.

 

Stell Dir vor, ein Torpedo zu sein!

Technisch sind die Unterschiede ebenfalls groß: während Triathleten nahezu den ganzen Vortrieb aus dem Oberkörper erzeugen, spielen die Beine bei Schwimmern schon eher eine wichtige Rolle. Nicht nur der Beinschlag ist auf hohem Niveau extrem wichtig. Auch ein explosiver Abstoß von der Wand ist nach jeder Wende entscheidend, um mit maximaler Geschwindigkeit auf die neue Bahn zu gehen. Oder anders gesagt:

Für einen Schwimmer geht es im Wasser vor allem darum, Widerstände zu minimieren, genauso wie für den Triathleten darum geht, im Windkanal einen möglichst kleinen Luftwiderstand zu produzieren. Tipp hier für die Triathleten: Das Prinzip ist das Gleiche – also auch im Wasser bewusst auf die Körperposition achten. Stichwort: Torpedoschwimmen

Unterm Strich sollte man trotzdem respektieren wie gut manche Triathleten schwimmen können! Trainingsinhaltlich kommt ein Triathlonprofi etwa auf ein Drittel des Jahresumfanges eines Schwimmers und ist dabei bei weitem nicht dazu in der Lage, ähnliche Intensitäten zu schwimmen – Die Ermüdung des anderen Trainings lässt es einfach nicht zu. Die Zeiten die von Athleten wie Lucy Charles oder Alistair Brownlee geschwommen werden, sind also trotzdem aller Ehren wert.

 

Orientiere Dich an den Besten!

Hier zum Schluss ein Artikel mit Resultaten, wo Alistair Brownlee im direkten Vergleich gegen die Profis geschwommen ist:

Er hat in dem Rennen auf die absolute Weltspitze im Freiwasserschwimmen (Thomas Lurz) auf eine Meile (ca. 1650m) nur 45 Sekunden verloren. Damit ist in dem Rennen natürlich chancenlos. Dennoch es nicht so viel, wie man vielleicht gedacht hätte.

Ich würde euch empfehlen, euch trotzdem an den Schwimmern zu orientieren. Hier könnt ihr euch sicher sein, dass die Technik stimmt. Der perfekte Triathlet ist in Zukunft sicher ein Athlet, der alle drei Disziplinen ohne Schwäche auf höchstem Niveau beherrscht.

Vielleicht bist du dieser Athlet, wenn du hart an dir arbeitest 😊